Stell dir vor es ist iPhone und keiner brauchts

Nachdem meine Neigung für iPods und kleine, Aluminiumschöne Mac-Notebooks kein Geheimnis ist, und alle Welt schon seit Monaten das iTelefon überhypet eine Klarstellung, um die mich keiner gebeten hat: Ich will keins.

Schön anzuschauen ist es ja schon, und dass man dann keinen extra-iPod mehr mitnehmen musss ist auch ganz nett. Aber wenn schon mein jetziges Vorvorjahresmodell UMTS kann dann scheint das Apfelfon leicht veraltet dagegen. Gut, die Technik im iPhone mag sonst besser und schöner und funktionieriger sein als alles was ich bis jetzt in der Hand hatte (Windows Mobile, anyone? Und selbst mein Symbian-Nokia hat manchmal Reaktionszeiten wie ein 386er mit Windows XP drauf…) aber das soll jetzt so viel Extrageld wert sein?

Doch der eigentliche Grund ist der: in Deutschland zahlt man für das Ding und die dazugehörigen Tarife mehr als überall anders wo es das Phone gibt. Bedeutend mehr.

Fangen wir mit den USA an:

In Britannien, Europas Hochpreisparadies sieht das schon so aus:

Und schließlich Deutschland, courtesy T-Mobile, geschiedene T-Mobil, geschiedene Deutsche Telekom, née Deutsche Post:

Das sieht nicht nur äußerst ungünstig für den deutschen Habenwoller aus, das ist, wie der Direktvergleich USA/Deutschland auch hier zeigt noch ungünstiger: Während man in den USA seine nicht aufgebrauchten Inklusivminuten in den nächsten Monat mitnehmen darf, verfallen sie in Deutschland. Während in den USA gesurft werden darf so lang und so viel man will, wird in Deutschland nach 200 MB auf Modemgeschwindigkeit gedrosselt. Soll das dann Spaß machen?

Natürlich ist es schwierig zu sagen, wie man die Währungsunterschiede und das reale Einkommen, etc. umrechnen muss. Aber nachdem man bei Apple in Deutschland meist das in EUR zahlt was man in den USA in Dollar hinlegen muss, scheint das einigermaßen vergleichbar vom Preis her zu sein.

Und dafür bekomme ich in Amerika 450 Minuten, 200 SMS, und dann nochmal 5000 Minuten nachts und am Wochenende extra. Und in Deutschland 100 Minuten, 40 SMS und nichts weiter. Gut, mag man dann sagen: dafür zahlt man dann aber auch 10 Währungseinheiten (wenn wir bei der fiktiven 1/1 Umrechnung EUR/USD bleiben) weniger. Schon, aber der nächstgrößere Tarif hier kostet 69 EUR, da wären wir dann bei 200 Minuten – immer noch weniger als die Hälfte, plus wieder keine Extraminuten im Mondscheintarif – 50 SMS weniger als in den USA mit 150 SMS (sind SMS wirklich so teuer für euch, T-Mobile?) und wieder kein unlimitiertes Internet, wenn da dann auch erst bei 1000 MB gedrosselt wird.

Ganz davon abgesehen, dass in den USA Mobiltelefone die ganz normalen Ortsvorwahlen benutzen, und daher auch ganz normal angerufen werden können, während man hier immer noch unverschämte Premia auf Gespräche vom Festnetz zum Mobilnetz zahlt. Sprich: Ich brauche in den USA kein extra Festnetztelefon mehr. Bräuchte ich in Deutschland auch nicht, wenn T-Mobile ihr at-home Homezone Zeugs auch für das Überhandy anbieten würden. Tun sie aber nicht.

Viel zu viel Erklärung für eine einfache Wahrheit: Das Ding ist so extrem viel zu teuer im Gegensatz zu dem was man in anderen Ländern oder auch bei anderen Anbietern hierzulande fürs gleiche Geld bekommt, dass es hoffentlich erstmal groß floppt.

Übernächstes Jahr, wenn meine nächste reguläre Vertragsverlängerung ansteht, dann bitte diese Eckdaten: UMTS, weniger als 200 EUR Zuzahlung bei Vertragsabschluss, Konkurrenzfähige Minutentarife inlusive Homezone, und Ende mit der künstlichen Datendrossselung.

Dann. Vielleicht.

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