Professional

Eigentlich wollte ich bloß Kaugummi. Jetzt kaue ich “Wrigley’s Extra Professional White”.

Was sagt uns dieser Zusatz “professional”, der inzwischen an so manchem Produkt klebt, an dem man ihn nun so gar nicht erwartet hätte? Werde ich durch den neuen Wrigley’s zum professionellen Kaugummikauer, nachdem ich vorher noch als Amateur in der Kaugummikauolympiade hätte teilnehmen können? Wohl nicht.

Damit, dass Tchibo “Professional Hair Dryer” auf seine Föns schreibt kann ich mich da noch eher anfreunden. Aber seien wir doch mal so direkt: Kein Frisör, der auf sich hält wird sich die Haartrockner beim Nebenkaffeesonderverkauf besorgen. Zumal meiner schon bei Minimalanwendung recht schnell kaputt ging.

Hat die überbordende Professionalisierung intra Wortmarke mit dem Trend zum Pro-Am zu tun? Man könnte das ganze auch so verstehen, dass jeder hoffentlich in irgendeiner Tätigkeit professionell unterwegs ist, und damit auch verdient, fachmännischen Kaugummi kauen zu dürfen. So von wegen EU-Antidiskriminierungsrichtlinie.

Auf dem Rückzug ist “professional” dagegen seit gestern auf dem PC: Anstatt es bei der einfachen Einteilung seiner Software für “Home” und “Professional”-Anwender zu belassen, hat Microsoft die Welt mit einer verspäteten Neuentwicklung in zumindest sechs verschiedenen Marketingabstufungen. beglückt.

Da wird sicher gleich von anderer Seite nachgezogen. Super, dann mach ich mich mal auf in den Supermarkt und suche “Home Premium Kaugummi”, und ersetze den kaputten Tchibo-Fön bei nächster Gelegenheit mit der “Ultimate Edition”. Oder reicht doch ein “Enterprise” Modell?

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