Bitte bitte

Die Demokratie wäre wohl näher dran an der gefürchteten Tyrannei der Mehrheit gäbe es nicht das Recht, dem Parlament mal so richtig seine Meinung zu sagen. Und so bekommen wir etwas Wunderbares: Die Petition.

Jedermann, sagt das Gesetz (und meint damit, mag man insinuieren, auch jederfrau) darf den Bundestag anschreiben und Dinge fordern. Aber sowas von fordern. Seit wir modern geworden sind und die einfachste Art zu petitionieren, wie sollte es auch anders sein, im Internet zu finden ist, kann man sich an der Transparenz des ganzen Vorgangs erfreuen.

Ein entnervter Hundebesitzer hat es da geschafft, andere entnervte Hundebesitzer zur Unterzeichnung seiner Forderung nach Abschaffung der Hundesteuer zu bewegen. Bemerkenswert.

Eine egoistische Odyssee auf Verkehrsübungsplätzen kann man dagegen hinter einer anderen Petition erahnen. Der Petent will partout nach dem Führerscheinentzug nicht noch einmal die Fahrprüfung ablegen, und petitiert darum um die Abschaffung dieser blödsinnigen Sicherheitsvorschrift. Immerhin wird der Fahrende der keine Punkte in Flensburg hat ja auch nicht ständig zum Steuerradfähigkeitsbeweis gebeten.

Dass es dazu eben darum keinen Grund gibt, weil diese Person ihre Fähigkeit durch die Vermeidung von Vergehen gegen die StVO ständig unter Beweis stellt, scheint Petent X dabei geflissentlich zu übersehen.

Das Problem mit der Petition als Einrichtung ist, dass sie oft durch die Unverhältnismäßigkeit der Zahl von Unterzeichnern die Wichtigkeit ihres Anliegens überbewertet. Aber so ist das eben: Die Welt gehört denen, die sich die Mühe machen anzuwesen.

Und manchmal haben die halt einen Hund, und keinen Führerschein.

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