Teppichwaschgangs-Stream-of-Consciousness

Objekt: Ein Fleckenteppich von IKEA. Schmutzig, da er in der Küche lag. Jahrelang. Irgendwann wurde er umgedreht, weil er zu schmutzig war. Dann wurde er auf der anderen Seite schmutzig. Dann gings gar nicht mehr.

Zwei Waschtage sind vergangen seit der Entscheidung, den Teppich einmal einer Miele zu überantworten. Heute erst wurde es getan.

Der Teppich kommt aus der Waschmaschine. Ich bin der Teppich aus der Waschmaschine. War eine Miele, diese Waschmaschine. Ich bin der Teppich daraus.

Der Teppich legt sich zum Trocknen aus, dann wieder in die Küche. Für neue Jahre Schmutz aufsaugen, umgedreht werden, mehr Schmutz, wieder Waschen.

So lebt ein Teppich. Das ist seine Existenz. Der Teppich gründet gleich mal eine Religion. Teppichmus. Oder Teppichismus. Oder die Religion heißt Teppichmus und der Katechismus der Religion heißt Teppichismus. Teppichismus-Katechismus.

Dann macht der Teppich Ferien auf der Teppichklopfstange. Und lässt sich vom Wind die Fasern durchwehen. Macht der Teppich. Oh große Waschmaschine des Universums, verrate uns deine Weisheit!

Die Waschmaschine des Universums beäugt den Teppichmus mit ihrem großen Bullauge und befindet ihn für suspekt. Könnte ja jeder kommen mit ner neuen Religion. Teppichmus. Da bin ich nicht dafür. Diesen Teppich wasche ich nicht mehr.

So endet der Teppich schmutzig in der Küche. Und an den Teppichmus glaubt keiner mehr.

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