Ohrhörerfriedhof

Sie sind klein, meist schwarz, oft auch weiß, klingen nie so gut wie sie sollten, und ihre Leichen pflastern meinen Weg.

Ohrhörer sind toll. Ohrhörer sind blöde.

Das erste mal fiel mir das schon bei meinem ersten Walkman auf. die mitgelieferten Stöpsel hielten nicht lang, und es begann ein Teufelskreis. Ich war verdammt auf immer nach dem einen, wahren, echten paar Ohrstöpsel zu suchen. Billigfabrikat jagte Billigfabrikat – mit Taschengeld reichte es nie für die widerstandsfähigen Modelle. Die beim GameBoy mitgelieferten Kleinstlautsprecher waren noch am robustesten.

Eine Weile lang sah man überall Leute mit diesen kleinen schwarzen Pfropfen. So wie heute die unverwechselbaren weißen iPodmitgelieferten Kopfhörer. Sie sind ein Markenzeichen, ein Trendsetter, ein Accessoire-du-jour für die Mitmischmenge der unter-uncool-altrigen.

Sie sind grässlich.

Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Eintrags befinden sich drei Paar davon in einer Schublade hinter mir. Drei kaputte Paar. Das erste Paar kam in der Schachtel meines ersten iPod. Das zweite Paar war schon ein Auswechselpaar, weil das erste so schnell den Geist aufgegeben hatte. Zum Glück in der Garantiezeit. Das zweite Paar versagte knapp danach.

Das dritte Paar kam in der neuen Schachtel des neuen iPods. Und war auch gleich kaputt.

Davor, dazwischen und danach hatte und habe ich viele Marken und Modelle ausprobiert. Zu offen, zu unbequem, zu leise, zu unpraktisch, zu klanglich medioker. Keins konnte gefallen.

Dann, auf Freundesempfehlung und nach Internettestabsuchung fiel die Wahl auf ein weiteres Paar Sonys.

Gekauft. Gefreut. Zwei Wochen lang. Seit gestern sind auch die hinüber.

Zum Glück kommt das Ersatzpaar von Apple für die dritten kaputten Podhörer morgen. Denn Sony lässt seines per Kurierdienst erst nächste Woche abholen. Reichlich viel Aufwand für zwei kleine Tondinger.

Hoffentlich gibt’s dann keine Probleme mehr.

Ich sagte hoffentlich. Nicht wahrscheinlich.

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