Metrik

George Carlin hat es für die messungsmissionierungsresistenten Amerikaner schon in den 70ern erwartet, durchgesetzt hat es sich immer noch nicht überall.

Während man sich im Alltagsgebrauch ganz gut ohne Fahrenheit/Celsius verständigen kann (eiskalt – kalt – noch kalt – geht so – warm – wirklich warm – heiß) so ist das mit Längen anders. Da lese ich kürzlich in Darwins (hey, natürlich zeigt sich meine momentane Hauptbeschäftigung hier öfters mal) Voyage of the Beagle von “miles, even leagues” und dachte das wäre in ungefähr das selbe gewesen. Ha!

Ganz schlimm treibt es das internationale Bastardkind der Technikmoderne, die Luftfahrtindustrie.

Ask-the-pilot-Pilot Patrick Smith spricht in seiner jüngsten Kolumne beim US-SPON-Kooperateur Salon wie selbstverständlich von Seemeilen (1,852 km), operating costs per seat-mile (bezieht sich auch auf Seemeilen, und eben nicht auf das englische System), Flughöhen in Fuß (0,3048 m, bezieht sich auf das englische System) und RPKs sprich “revenue-passenger kilometers” (1 km = 1 km).

Anderen mag sich erschließen wieso man Kosten per Meile und Einnahmen per Kilometer rechnet, ich persönlich hab bloß Angst, dass ich mal mit einem russischen Piloten fliegen muss der die Fuß für Meter hält und die Knoten (1,852 km/h, wenigstens einheitlich im Verhältnis zur Seemeile) für Kilometer. In Russland fliegt man nämlich metrisch.

Kein Wunder, dass Fluggesellschaften en masse pleite gehen bevor man die Bonusseemeilen der letzten Transatlantikpassage in echte Meilen (1,6093344 km) umgerechnet hat.

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