Wenn ihr den Rundfunk höret…

Kay, mit Entschuldigung an Herrn Einstein; Rundfunk ist es nicht, aber trotzdem. Ums Hören gehts.

Als bekennend audieller Mensch, der schon als Kind Überstunden in der Stadtteilbibliothek verbrachte, um noch nicht gehörte “Drei Fragezeichen” (damals noch mit dem inzwischen verstorbenen Peter Pasetti als damals schon verstorbener Alfred Hitchcock) oder “Scotland Yard”-Kassetten schon bei der Ausgabe abzupassen, bin ich heute als fast schon halb erwachsener Mittzwanziger im Schlaraffenohrenland.

Angefangen hat die Hörrevolution mit einem Hörspielserver in der grauen Internetvorzeit der späten Neunziger. Dort konnte man nach postalischem Beitritt in die verschworene Gemeinschaft der Fans öffentlich-rechtlicher Radiodramen laden was die Leitung ließ.

In meinem Fall das komplette Oeuvre von Hörspiel-Joss-Whedon Michael Koser. Den kompletten “Van Dusen” (den es dankenswerterweise inzwischen auch als Comic gibt) und “Jonas” den letzten Detektiv (der Gerüchten zu Folge scheins fast mal eine Sat-1-Serie geworden wäre).

Stunden, tageweise Spaß. Dazu gesellten sich ein paar gekaufte Hörbuch-CDs, die von der BBC freundlicherweise ins Internet gesetzten neueren Folgen von Douglas Adams’ “Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”, und dann im Frühjahr kam Audible.

Für 15 Euro monatlich je zwei internetladbare (immer und immer wieder falls sich mal eine Festplatte verabschieden sollte. iTunes eat your heart out!) Hörbücher im Abo. Egal wie teuer die sonst sind. Egal wie lang – Brian Greenes “The Fabric of the Cosmos” etwa bringt es auf stolze 22 1/2 Stunden.

Zwar nicht im lingua franca Format der Digitalität, dem eigentlich längst überflügelten aber dennoch nicht tot zu kriegenden mp3, sondern in Audibles eingeschränkt verfielfältigbarem “aa”, aber der iPod frissts, und das Mobiltelefon/PDA Dings das ich seit kurzem mein Eigen nennen darf auch. Passt.

Ebenfalls nicht zu verachten: Der fies lifestylemäßige Trend “Podcasting”. Da fühlt man sich zwar das eine ums andere Mal so, als könnte ein Amateurpoetryslam zum Thema Weltschmerz unter Fünftklässern nicht schlimmer sein, aber es gibt auch Perlen zu entdecken.

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