Haben will

A Hund isser schon!

Die Rede ist von Steve Jobs. Egomane, Pulliträger und Chef der Lifestyle-Marke Nr. 1 des 21. Jahrhunderts, Apple. Apple Computer, wie es früher mal hieß, als man einzig Rechenknechte unters Volk brachte, die etwas cooler waren als alle anderen, etwas je-ne-sais-quoi, und einfach etwas… anders.

Heutzutage entwickelt man dort vor allem Gesamtkonzepte zur tragbaren Musik. Inzwischen hat das muntere Treiben in einer psychologisch wohldurchdachten Aufreihung von Produktangeboten seinen momentanen Höhepunkt (ja, diese Formulierung ist Absicht) gefunden.

Für knapp 100 $ (oder €) gibt’s den iPod shuffle, ein weißes Musikdingens, das kürzlich eine wahre Renaissance des Wortes “kaugummipackungsgroß” auslöste. Da drauf passen so an die 100 Lieder plus noch ein paar Audiobücher und Dokumente.

Für ursprünglich 149 Währungseinheiten gabs den doppelten Speicherplatz. Dann wurde der Preis bald um 20 nach unten korrigiert. Warum? Die ganz schnellen (“early adopters” marketingsprecht sich das) hatten das Ding da schon gekauft und sich ohne weiteres zu viel Geld aus der Tasche ziehen lassen. Fies geplant, das.

Denn es würde sich in der Preisklasse drüber was tun. Der heute veröffentlichte iPod nano, das habenwillichste Stück Technik der kommenden Weihnachtseinkaufssaison, wird in 2 und 4 Gigabyte ausgeliefert. Für 199 und 249 Euro. Daher die Korrektur des Preises beim Shufflepod. Schlau. Für 149 hätte sich kein Mensch das Ding ohne Display und Weckuhr gekauft, wenn für nur 50 mehr das Modell mit… ähm ja, Display und Weckuhr zu haben ist. Bei 70 Euro ist die psychologische Grenze dann etwas höher.

Aber wenn man die erstmal überwunden hat, dann kriegt man wieder doppelten Speicherplatz für wieviel? Richtig. 50 Euro mehr. Chapeau.

Und für wieder 50 Euro mehr bekommt man den ganz großen iPod in 20 GB. Und wer nochmal 100 kontinentale Kredite mehr übrig hat kriegt satte 60 GB.

A Hund. Jeder wird für sich selbst abwägen, wieviel er ausgeben will, aber die Gefahr ist groß, jeweils in die nächsthöhere Preisklasse zu stolpern. Und vielleicht sogar in die drüber.

Zudem hat sich der Silhouetten-Vermarkter für die Zukunft gut positioniert. Ich wage eine Vorhersage:

Das kleinste Modell, genialisches Vereinfachungsminimum das es auch ist, wird die nächsten zwei Veränderungen in der Produktpalette wohl nicht mehr miterleben. Stattdessen stehen Mobiltelefone mit eingebautem Apple-Internetmusik kompatiblen Musikspieler in den Startlöchern. Das erste wurde “zufällig” auch heute vorgestellt.

An der Größe und Form des “nano” Musikspielers kann man nichts meckern, und so wie die Preise für Bits und Bytes weiter fallen, werden diese Geräte wohl irgendwann so umfangreiche Musiksammlungen speichern können wie der gute alte “Original-iPod.”

Der wird irgendwann ganz aus den Geschäften verschwinden, und einem schon gerüchteumwitterten Nachfolger Platz machen, welcher Videos abspielen kann. Womöglich sogar nicht nur über ein schnödes Farpdisplay auf dem Gerät, sondern über eine Videobrille, einen Miniprojektor oder ein sonstiges High-Tech Teil.

Sehr geschickt eingefädelt, die Weltherrschaftspläne für den Musikmarkt des Digitalen.

A Hund, der Herr Jobs.

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