Schreiben

Von Douglas Adams schreibt Neil Gaiman in seiner für Adamsisten äußerst lesenswerten Biographie “Don’t Panic”, der “Per Anhalter durch die Galaxis”-Schöpfer hätte einmal von seinem Verleger quasi in ein Hotelzimmer eingesperrt werden müssen, um ein Buch fertig zu stellen bevor es in Druck gehen sollte.

Von Douglas Adams stammt ebenfalls das Zitat “Ich liebe Abgabetermine. Ich liebe das ‘Wuuusch’-Geräusch das sie machen wenn sie an einem vorbeiziehen.” (Und schließlich: Von mir stammt diese grenzwertige Übersetzung des originalen Satzes).

“Harry Potter”-Verfertigerin Joanne K. Rowling, ihres Zeichens inzwischen reicher als die Queen und trotzdem noch schlecht blondiert, scheint dagegen mit Deadlines jeder Art keine größeren Probleme zu haben. Immerhin quillt Jahr für Jahr ein neues Buch über den bebrillten Magikanten aus ihrer Feder (bzw. ihrer Textverarbeitung. Oder schreibt die Frau am Ende mit Kuli? Notiz an selbst: Rausfinden!)

Olin Miller, der eigentlich nur dadurch bekannt ist, dass er Zitierenswertes von sich gegeben hat, steht da eher auf des Herrn Adams’ Seite: “Schreiben ist die schwierigste Art, sein Geld zu verdienen. Möglicherweise mit Ausnahme vom Ringen mit Alligatoren.” (Auch diese, wie mir scheint etwas geglücktere Übersetzung stammt wieder vom Autor. No emphasis added.)

Es scheint, als hätte jeder eine Meinung dazu, zum Schreiben. Schließlich tun wir es ja alle in der einen, anderen oder ganz anderen Form. Was mich nun endlich zum Thema bringt: Warum ist es so einfach die Un- und Wegbarkeiten des Tagtäglichen Anschlag für Anschlag in Form dieser kleinen Kolumnen ins Powerbook zu hacken, während die gleiche Tastatur sich bei den letzten fürs Studium noch anstehenden beiden Hausarbeiten so zäh zeigt? Selbst das einst vom Autor billig gewonnene und dann teuer geupdatete Final Draft (Slogan “Just add words”) ist zwar ein gutes, aber kein vollkommenes Werkzeug auf dem Weg zur nächsten Fassung diverser Drehbücher, die – teils noch heftig – poliert werden müssen. Eben das “just” ist dummerweise oft kein “nur” sondern allumfassender Sinn und Zweck des Skribierens.

Andere habens da leichter, die Dame Driest etwa, deren offenherzig prä-oralphasische Poeterei ihr nun eine Startauflage von 20.000 Exemplaren in Taschenbuchform beschert. Sie bekennt, “Ich schreibe nicht, was mir einfällt. Mir fällt gar nichts ein. Ich beobachte nur, wie meine Hand sich bewegt.”

Schenkt man dem verlinkten Spiegelartikel Glauben, so bewegt sich ihre Hand dann und wann auch woanders, wie sonst ließe sich erklären was sie beim “Rummachen” mit dem “Ding” ihres Beau anstellt? Sex sellt, ebenso die Familienverbindung zu Romy-Schneider-Schwarm Burkhard Driest und ein Titel der sich schamlosest an Benjamin Leberts “Crazy” anlehnt. Da ging es auch um Teenager mit Problemen, aber irgendwie waren die Probleme problematischer als jenes in der siebten und nicht der achten Klasse zu sein.

Uns anderen, uns ohne Startauflage und massenweise Nicht-Sex bleibt da nur das Vertrauen darauf, dass wo ein Anfang ist auch ein Ende wartet. Und so trätieren wir weiter unsere Powerbooks.

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