Der Tod und das Mädchen

Eigentlich wollte ich diese Seite, dieses Blog ja nicht zur Review-Hölle für diverse Medien (als da wären Filme, CDs…) verkommen lassen.

Hat bis jetzt auch funktioniert, nur diese Neuerscheinung auf dem an sich übersättigten DVD-Markt bedarf der Ankündigung:

Georgia “George” Lass (Ellen Muth) ist 18, gelangweilt, ziellos, arbeitslos. Und weil ihre Mutter das nun gar nicht einsieht verdonnert sie George dazu, Arbeit zu suchen, die diese dann in der “Happy Time” Zeitarbeitsagentur auch findet. Aber nicht ohne sich durch ihre geht-mir alles-am-Arsch-vorbei Attitüde noch die Chefin Dolores Herbig (“as in ‘her big’ brown eyes”) zum Feind gemacht zu haben.

Ihren ersten Arbeitstag, der gleichzeitig der letzte Tag ihres Lebens ist, verbringt George darum mit dem Ablegen von Akten im Keller. Zum Glück wird sie in der Mittagspause davon erlöst, als ein Toilettensitz aus der abstürzenden Raumstation “Mir” Georges Leben ein Ende macht.

Ja. Genau.

Hier beginnt nun Ihre Reise durchs Leben nach dem Tode. In Georges Fall hält das keine hell erleuchtete Himmelspforte für sie bereit, sondern eine Existenz als Sensenmann, respektive -frau, Teil einer seltsamen Truppe die von Rube (Mandy Patinkin), einem relaxt-hemdsärmeligen Gourmet geleitet wird, der Zettel mit Namen und Todeszeitpunkten (ETD – “Estimated Time of Death”) auf Post-Its verteilt. Doch haben die modernen Schnitter keineswegs die Aufgabe arme Todgeweihte unsanft ins Jenseits zu befördern, sondern sind vielmehr, dem Servicegedanken unseres Jahrhunderts folgend, Dienstleister des Universums. Sie sammeln vor deren Tod die Seelen der Menschen ein damit diese ihren schmerzhaften Abgang nicht miterleben müssen. Sehr aufmerksam, das.

Serienerfinder Bryan Fuller, bisher vor allem als Autor dutzender Folgen des oft sub-mediocren “Star Trek: Voyager” aufgefallen, gibt dem Tod ein Gesicht und setzt bei seiner Serie (die in den USA auf dem Kabelsender Showtime läuft) mehr noch als die Konkurrenz von Kritikerliebling “Six Feet Under” auf Humor.

Bleibt zu hoffen, das sich bald ein deutscher Fernsehsender dieser Serie noir annimmt (und um Himmels Willen keinen blöden Untertitel dafür erfindet…).

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