Rocco Clein ist tot

Darf man Witze machen über Tote? (Man beachte die grammatikalisch ans Englische angelehnte Konstruktion, will sagen: das schlechte Deutsch in diesem Satz). Ja, sonst hätten wir ja Parodien und Schenkelklopfer (ich weiß ich weiß, dieses Wort allein…) en masse zu wenig. Tote Dichter, Denker, Diktatoren, Dummköpfe, sie alle halten dafür her uns zu amüsieren. Ein Hitler-Stalin-Goethe-Darwin-Award Pakt der ausgefransten Humoreske, fürwahr. Ja, den Satz hab ich auch nicht verstanden.

Aber dennoch: Ist der Tote erst frisch so, dann hält man sich zurück. Und nicht nur in den Medien, wo vielleicht die armen Angehörigen eine Bemerkung bei Harald Schm… ugh, Nostalgie… unpassend finden könnten. Nein, auch das Private bemerkt nichts dazu. Kürzlich starb zum Beispiel Rocco Clein. Hieß nicht wirklich so, sondern hatte einen bürgerlichen Namen (@Zwiebelfisch: bürgerlicher Name?? Was soll das denn?) der auch schon wieder vergessen ist. Und sagt auch nur einer meiner FreundVerwandtBekannten etwas dazu? Nein! Natürlich nein, der Rhetorik wegen, aber nochmal und wirklich: Nein!

Niemand mag sich bequemen. Dabei wäre da doch so viel zu holen. Allein ein Nachruf in der SZ. Material für siebenundzwanzig Klassegags (ja, schon recht, das wahr gelogen). Aber es ist hoffnungslos. Da rackert Rocco stets am Rande der Selbtverarschung Jahre und Jahre auf Viva ab, allein schon ein Grund fürs Bundestverdienstkreuz am Band, und dann fällt niemand was ein. Nichts Witziges, nichts, dass Roccos Leben auf lustig-tragische Weise komplettieren könnte, und seis auch nur für den Moment und im kleinen Zuhörerkreis.

Danke Rocco, warst ne Witzfigur von Größe. Das zumindest hat er doch verdient.

P.S.:

Warten Sie gespannt auf Folge 2: Rudi Völler und der Vokuhila des Verderbens. In theaters near you. Nur nicht hier.

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