Not the Nine o’Clock News

Die Wahl fällt schwer, wenn es um Nachrichten geht. Immer verworrener wird das Bild menschlichen Treibens, oder zumindest sind wir immer live-r mit dabei. Man nehme stichprobenartig den heutigen 10. September 2003, browsere sich auf das Onlineangebot des SPIEGEL, und es tut sich ein wahrer Abgrund an Nachrichten (und solchen die sich besser einen anderen Job gesucht hätten) auf:

Muss ich wirklich wissen, was Daniel Küblböck über seine Familie sagt, und was die dagegen hält? Was um alles in der Welt soll diese Sache mit den Selbstzerstörungsfilmen? Warum werden wir Normalmenschen mit Butler-Berichten über Frank Sinatras Privatleben mit/ohne Mia Farrow konfrontiert, und wieso werden solche Bücher (und solche) überhaupt gekauft, wenn sie uns doch nur mit wachsender Deutlichkeit vorführen, dass unser Leben viel cooler, beknackter, over-sexeder oder einfach seltsamer sein sollte? Oder ist es das längst, und die Großstädter, Generation DSL, suchen Normalität bei Promi-Chaoten?

Schön, dass wir bei all dem informativen Marktgeschrei wenigstens noch mit der Nase auf 12-jährige Verbrecherinnen und Tote von Edward Teller bis Leni Riefenstahl gestoßen werden. Aber besser, ich schweige jetzt, immerhin könnte Freund ja mithören.

%d bloggers like this: