Essen fassen

Wer war eigentlich der Erfinder des Schimmelkäses? Oder mal allgemein: Was essen wir da eigentlich?

Jedem, der sich nur ein Bisschen in die Thematik einfindet, muss eigentlich klar sein dass all die schmackhafte Nahrung der wir in unserem Leben so begegnen (durchschnittlich so viel von Geburt bis Grab dass man damit 5 bis 6 Elefanten aufwiegen könnte) aus häppchenweise Zufall besteht.

Der Anfang scheint da einfach gewesen zu sein; der frühe Homo sapiens (sapiens) und seine Vorfahren mussten, hätten sie nun wirklich nicht gewusst wie das geht, ja bloß die steinzeitliche Fauna beobachten um dann daraus zu abstrahieren, dass man einiges was die Viecher so fraßen auch selber verdauen konnte. Oder gleich das betreffende Tier zur Nahrung erklären, je nach Stimmungslage.

Auch die Entdeckung des Barbecue neanderthalensis dürfte wenig Probleme bereitet haben. Jeder Drei-ein-viertel-jährige kann das auch im einundzwanzigsten Jahrhundert nachvollziehen: Oh, toll Feuer, was kamma da noch reintun dass es so lustig brennt?

Und selbst wenn man die Droge Nummer eins, den so leicht verfügbaren Alkohol nimmt, so begründet sich seine Evolution auf ein paar zermatschten und vor dem Höhleneingang vergessenen Beeren. Der “Gebt den Hanf frei” Fraktion (und der örtlichen Anti-Nichtrauchergruppe) mag man ihre Rauschdiskriminierung leicht damit erklären, dass der Mensch von Natur aus trinken muss, während das Rauchen getrockneter, gerollter Blätter dann doch schon einige verquere Geistesleistung voraussetzt und ganz danach aussieht, das Werk gelangweilter antiker Hochkulturen zu sein.

Was, um vom Flüssigen wieder zum Festen zu kommen, war eigentlich zuerst da, der Taco oder die Fajita? Ist letztere nur ein nicht richtig durchgebackener ersterer, oder hat man einst aus Versehen den Fladen mitgebraten und daraus einen Hartschalen-Snack entwickelt? Anders ausgedrückt, wie kommen wir eigentlich zu unserem aktuellen Speiseplan?

Immerhin musste die art de cuisine ja schon einmal soweit gediehen sein, dass der Sonnenkönig verfaultes Fleisch essen konnte ohne danach Bauchschmerzen zu bekommen und das Levee ausfallen lassen zu müssen. Wer wohl das erste Mal Algen um ein Sushi wickelte? Wieso gelten gebratene Schnecken als Zeichen von Lebensart und Regenwürmer als Survival-Food? Und woher kommt eigentlich die Unsitte des Eierköpfens?

Um auf unseren Freund mit dem vergammelten Käse zurückzukommen (man beachte, dass Käse ja auch nichts anderes als zu lange gelagerte Milch ist), so kann man sich nur schwer vorstellen wie diese Entdeckung vonstatten gegangen ist. Ob ein Franzose im soundsovielten Jahrhundert einfach zu viel Hunger hatte um das Zeug wegzuschmeißen, und dann entdeckte dass es ganz vorzüglich zu einem süffigen Grenache passte?

Zu viele Fragen bleiben an dieser Stelle unbeantwortet, und zu viele Antworten unbefriedigend. Es scheint, als interessiere das Essen nur die wirklich Hungrigen (wewegen der Autor aufgrund einer eingenommenen Mahlzeit nun auch Trägheit verspürt wenn es darum geht weiter zu schreiben). Eines möchte dann aber doch geklärt werden: Was wurde aus dem in den 90er Jahren so aufwendig im Shoppingfernsehen angepriesenen Butter-Butler? Ich könnte wirklich einen brauchen…

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