Bitte stiehl mein Auto

In der Reihe “Sinnloseste Erfindungen des 20. Jahrhunderts” dürfte die Auto-Alarmanlage es ohne weiteres in die Spitzengruppe des Verzichtbaren bringen. Hat sich so manch auraler Besitzstandswahrer noch gefreut, dass deutsche Einsatzfahrzeuge auch in Zeiten von Achtkanal-Surround auf altbeohrte “Tatütata”-Sirenen schwören, so stößt es selbst HiFi-Progressiven Zeitgenossen sauer auf, wenn mal wieder eins von den Dingern zum Konzert ansetzt.

Dabei stört weniger das Wie des Panikhupens (-fiepens, -quietschens, -schreiens) als vielmehr das Wie lange. Denn bis der überforderte 7er, S-Klasse oder GTI-Fahrer seinen Weg aus dem Bett oder Café bis in Reichweite der Fernbedienung findet (und darauf den Ausschaltcode), haben sich je nach Gegend und Tages- oder Nachtzeit entweder Passanten umgedreht, Fenster geöffnet, oder ist das Vehikel längst über die nächste Rote Ampel auf Landstraße oder Innenstadtring. Selbige umgedrehte Passanten beobachten übrigens bei besonders gereizten Tonmodellen auch einmal einen Autodiebstahl mit Wohlwollen. Denn letztlich ist es unerheblich wer die Kakophonie zum Schweigen bringt, einzig dass sie schweigt zählt.

Somit ist der CarAlarm (TM) eher Beihelfer beim ungeplanten Versicherungsbetrug; bitte stiehl mein Auto! Indessen wartet der wahrlich Technoide auf die übernächste Generation von Uhrenarmband-Multifunktionshandies, um Knight-Rideresk Meldung von seinem vierrädrigen Freund zu bekommen: “Michael, jemand versucht gerade mich zu stehlen.” Kumpel, ich bin gleich bei dir.

(Der Autor bittet, den übermäßigen Gebrauch von Bindestrich-Worten in vorangegangenem Beitrag zu entschuldigen)

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